Cannabis Blattdüngung: Wann es hilft, wann es schadet
Foliar Feeding wirkt 4–8× schneller als Bodendüngung — aber nur wenn richtig angewendet. Die meisten Fehler: zu starke Lösung, falsche Phase, falsches Timing.
Blattdüngung vs. Bodendüngung — wann welche?
Stickstoff, Phosphor und Kalium — das Grundgerüst der Cannabis-Ernährung
NIEMALS bei voller Licht-Intensität. Tropfen auf Blättern + Licht = Lupeneffekt → Verbrennungspunkte. Ideal: 15–30 Minuten vor dem Lichts-Aus oder wenn Licht gerade angeht.
2
Lösung schwach anmischen (25–50% der Normaldosis)
Unterdosiert schadet nie. Überdosiert verbrennt sofort. Lieber 2× schwach sprühen als 1× stark und Blätter ruinieren.
3
pH auf 5.8–6.2 einstellen
Immer pH prüfen. Zu hoher pH hinterlässt weiße Kalkflecken und reduziert Aufnahme erheblich.
4
Blattunterseite besonders gut benetzen
Stomata (Poren) befinden sich hauptsächlich auf der Blattunterseite. Dort findet die Aufnahme statt. Oberseite zusätzlich, aber Unterseite ist wichtiger.
5
Nach 30–60 Minuten prüfen
Blätter sollten trocken sein bevor das Licht voll aufgeht. Wenn noch nass: Luftzirkulation erhöhen oder kürzer sprühen.
Ab Blütewoche 4: keine Blattsprays mehr
Sobald Buds sich formen: Schimmelgefahr zu hoch. Feuchte Knospen unter warmen Bedingungen sind der perfekte Nährboden für Botrytis. Selbst Wasser-only-Sprays ab Woche 4 vermeiden. Wenn Ca/Mg-Mangel in der Blüte auftaucht: über Boden lösen — langsamer aber sicher.
Häufige Fragen
Bei akutem Mangel (Ca/Mg/Fe) als Sofortmaßnahme, bei Sämlingen mit noch kleinem Wurzelsystem, und bei Kältestress. Kein Ersatz für reguläre Bodendüngung.
Immer 25–50% der normalen Boden-Dosis. Blätter nehmen Nährstoffe direkt auf — Überdosierung verbrennt sofort.
Bis Blütewoche 3 möglich. Ab Woche 4: Schimmelgefahr zu hoch. Nasse Buds und Botrytis — kein Risiko eingehen.
pH 5.8–6.2. Leicht saurer als Bodenwasser. Zu hoher pH hinterlässt weiße Kalkflecken und reduziert Aufnahme.
Häufige Fragen
Wann ist Blattdüngung bei Cannabis sinnvoll?
Blattdüngung ist sinnvoll in 3 Situationen: 1) Akuter Mangel (Ca, Mg, Fe, Zn) der sofort behoben werden soll — Blattspray wirkt 4–8× schneller als Bodendüngung. 2) Sämlinge und junge Pflanzen die noch kein entwickeltes Wurzelsystem haben. 3) Kälteperioden wo P- und Mg-Aufnahme über Wurzeln eingeschränkt ist. Es ist eine Notfallmaßnahme, kein Ersatz für gute Bodendüngung.
Wie viel Dünger für Blattspray bei Cannabis?
Immer nur 25–50% der normalen Wurzeldosis. Blätter nehmen Nährstoffe viel direkter auf als Wurzeln — Überdosierung verbrennt Blätter sofort. Beispiel: Calcium-Magnesium-Produkt das normal 2 ml/L empfiehlt: für Blattspray 0.5–1 ml/L. pH des Sprays: 5.8–6.2 (leicht saurer als Bodenwasser, weil Blatt-Cuticula anders reagiert als Boden).
Darf man Cannabis in der Blüte besprühen?
Ab Blütewoche 3 so wenig wie möglich. Nach Blütewoche 4: keine Blattsprays mehr. Gründe: 1) Nasse Buds = Schimmelgefahr (Botrytis liebt feuchte Knospen). 2) Rückstände auf Blüten beeinflussen Geschmack. 3) Tropfen auf Buds unter starkem Licht = Hitzepunkte. In der Veg: problemlos 2–3× pro Woche sprühen.
Was ist der richtige pH-Wert für Blattdünger bei Cannabis?
Für Blattsprays: pH 5.8–6.2. Etwas saurer als Bodenwasser (6.2–6.8). Warum: Die Blatt-Cuticula (Wachsschicht) hat einen leicht sauren Charakter. Nährstoffe in leicht saurem Wasser können die Cuticula besser durchdringen. Über pH 7.0: Kalkflecken auf Blättern (Calciumcarbonat-Ausfällung) und reduzierte Aufnahme. Unter pH 5.5: Blattverbrennungen möglich.
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