Cannabis bei bipolarer Störung
Bipolare Störung und Cannabis – das ist eine der komplexesten Kombinationen in der klinischen Diskussion. Ehrlichkeit ist wichtiger als Hoffnung: Die Risiken überwiegen bei vielen Betroffenen.
Risiko-Profil nach Episode-Phase
| Phase | Cannabis-Effekt | Risiko |
|---|---|---|
| Manie / Hypomanie | Verstärkt Euphorie, Risikobereitschaft ↑ | Sehr hoch – Manie kann eskalieren |
| Depression | Kurzfristig Stimmung ↑, Rebound-Depression | Hoch – Zyklus verlängert sich |
| Euthymie (stabil) | Niedrig-THC: kaum Effekt; Hochdosis: instabilisierend | Mittel |
| Gemischte Episode | Unvorhersehbar | Sehr hoch |
Wenn überhaupt, dann so
Wer trotz bipolarer Störung Cannabis konsumiert: CBD-dominante Sorten (1:1 oder reines CBD) deutlich sicherer als Hochpotenz-THC. Nie in Hypomanie-Phasen konsumieren. Psychiater informieren – Wechselwirkungen mit Lithium (Nierenbelastung) und anderen Stimmungsstabilisierern möglich. Tagebuch führen – Stimmungsverlauf und Konsum dokumentieren.