CSC-Satzung: Pflichtinhalte, häufige Fehler und Gründungsschritte
Die Satzung ist das Herzstück eines Cannabis Social Clubs. Sie muss sowohl BGB-Vereinsrecht als auch KCanG-Anforderungen erfüllen — kleine Fehler können zur Ablehnung des Erlaubnisantrags führen.
Pflichtparagraphen im Überblick
Der CSC lebt von aktiver Mitgliedschaft — gemeinsam Anbauen, gemeinsam profitieren
Inhalt
Rechtsgrundlage
Pflicht?
Name, Sitz, Zweck
§58 BGB
Ja
Mitgliedergrenze 500
KCanG §26
Ja
Nur Volljährige
KCanG
Ja
Mengenbeschränkungen
KCanG §19
Ja
Präventionsbeauftragter
KCanG §26
Ja
Kein Gewinn
KCanG
Ja
Häufigster Fehler: fehlende Mengenbeschränkungen
Viele Muster-Satzungen aus dem Internet vergessen explizite Mengenbeschränkungen (25g/Tag, 50g/Monat) in der Satzung selbst. Behörden erwarten diese Festlegung direkt in der Satzung — nicht nur als Verweis auf das KCanG.
Was muss die Satzung eines Cannabis Anbauvereins enthalten?
Pflichtinhalte CSC-Satzung nach §58 BGB + KCanG: Pflicht nach BGB (§58): Vereinsname und Sitz. Zweck des Vereins. Ein- und Austritt der Mitglieder. Mitgliedsbeiträge. Bildung des Vorstands. Voraussetzungen Mitgliederversammlung. Anforderungen KCanG (§26): Gemeinnütziger Zweck (kein Gewinn). Höchstgrenze Mitglieder: 500. Altersbegrenzung: nur Volljährige (18+). Beschränkung auf deutsche Staatsangehörige oder EU-Bürger mit Wohnsitz in DE. Ausgabemengenbeschränkungen (25g/Tag, 50g/Monat). Präventions- und Jugendschutzbeauftragter. Eigenanbau-Pflicht: Cannabis muss selbst angebaut werden. Keine Gewinnerzielung. Empfohlene Zusatzklauseln: Konsum-Verbot im Vereinslokal (empfohlen). Datenschutz-Klausel (DSGVO). Schiedsklausel. Auflösungsklausel (Vermögen bei Auflösung).
Wie gründet man rechtssicher einen Cannabis Anbauverein?
Schritte zur CSC-Gründung: Schritt 1 — Vorbereitung: Mindestens 3 Gründungsmitglieder (für eingetragenen Verein). Vereinsname wählen (nicht schon vergeben beim Amtsgericht). Satzung entwerfen (Rechtsanwalt empfohlen). Schritt 2 — Gründungsversammlung: Alle Gründungsmitglieder anwesend. Satzung beschließen (einstimmig empfohlen). Vorstand wählen. Protokoll führen und unterschreiben. Schritt 3 — Vereinsregister: Anmeldung beim zuständigen Amtsgericht. Kosten: ca. 75-100€ Gerichtsgebühren. Unterlagen: Gründungsprotokoll, Satzung, Personalien des Vorstands, notarielle Beglaubigung der Unterschriften (nicht immer nötig). Schritt 4 — Erlaubnisantrag KCanG: Bei zuständiger Behörde (Landesbehörde, je nach Bundesland unterschiedlich). Nachweis: eingetragener Verein, Satzung KCanG-konform, Anbaukonzept, Präventionskonzept. Schritt 5 — Zulassung: Behörde prüft (dauert Monate). Erst nach Zulassung darf angebaut werden. Typische Dauer: 3-12 Monate.
Welche Satzungsklauseln lehnen Behörden ab?
Problematische Klauseln in CSC-Satzungen: Gewinnorientierung: jeder Hinweis dass Überschüsse ausgeschüttet werden → sofort abgelehnt. Alle Gewinne müssen in den Verein reinvestiert werden. Verkauf an Nicht-Mitglieder: Abgabe von Cannabis an Nicht-Mitglieder ist nach KCanG verboten. Entsprechende Satzungsklauseln unzulässig. Offene Mitgliedschaft ohne Prüfung: Behörden wollen sehen dass Altersverifikation und Wohnsitznachweis bei Aufnahme geprüft werden. Fehlende Mengenbeschränkungen: Satzung muss die gesetzlichen Maximumsmengen (25g/Tag, 50g/Monat) explizit benennen. Keine Präventionsmaßnahmen: fehlender Präventions- und Jugendschutzbeauftragter → Ablehnung. Kein Datenschutzkonzept: Mitgliederdaten müssen DSGVO-konform verarbeitet werden → Klausel nötig. Was oft vergessen wird: Regelung für Sorten und THC-Gehalt (max. 10% für Mitglieder unter 21 Jahren laut KCanG). Meldepflicht bei Behörden (Satzungsänderungen etc.).
Kann man eine CSC-Satzung selbst schreiben oder braucht man einen Anwalt?
DIY-Satzung vs. Anwalt für Cannabis Anbauverein: DIY-Satzung: möglich, aber riskant. Kostenersparnis: 500-2000€ Anwaltskosten gespart. Risiko: kleine Formulierungsfehler können zur Ablehnung führen. Nachbesserungen kosten Zeit und erneute Antragsgebühren. Anwalt empfohlen wenn: man schnell die Erlaubnis bekommen will. Unsicherheit bei rechtlichen Formulierungen. Satzung soll auch für zukünftige Entwicklungen flexibel sein. Kosten: Rechtsanwalt spezialisiert auf Vereinsrecht/Cannabis: 500-2000€ für Satzungserstellung. Manche bieten Pauschalpreise für komplette Gründungsberatung. Muster-Satzungen: CSC-Verbände (DHV, Hanfverband) bieten Muster-Satzungen. Als Grundlage gut — aber individuell anpassen. Amtsgericht prüft nur BGB-Konformität — KCanG-Konformität prüft die Genehmigungsbehörde. Beide Anforderungen müssen erfüllt sein. Empfehlung: Muster-Satzung als Basis + kurze Rechtsberatung (1-2 Stunden, 100-200€) zur Überprüfung.
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