Cannabis bei Morbus Huntington
Huntington ist eine der schwersten neurodegenerativen Erkrankungen. Das Endocannabinoid-System spielt in Basalganglien und Striatum eine große Rolle – genau dort, wo die Erkrankung angreift.
Symptome & potenzielle Cannabis-Ansatzpunkte
| Symptom | Cannabis-Ansatz | Evidenz |
|---|---|---|
| Chorea (unwillkürliche Bewegungen) | THC (CB1-Modulation Striatum) | Präklinisch positiv, klinisch begrenzt |
| Angst & Depression | CBD anxiolytisch | Mehrere Fallberichte |
| Schlafstörungen | THC schlaffördernd | Anekdotisch konsistent |
| Appetitlosigkeit | THC appetitanregend | Gut belegt (Palliativ) |
| Muskelsteifigkeit | CBD antispastisch | Extrapoliert aus MS-Daten |
Endocannabinoid-System & Huntington
Im Striatum von Huntington-Patienten sind CB1-Rezeptoren stark reduziert – eines der frühesten molekularen Zeichen der Erkrankung. CB2-Agonisten zeigen in Mausmodellen neuroprotektive Effekte durch Hemmung neuroinflammatorischer Mikroglia. Ob diese Effekte beim Menschen reproduzierbar sind, ist Gegenstand laufender Forschung.
Praktische Hinweise
Motorische Einschränkungen erfordern besondere Darreichungsformen: Tinktur unter die Zunge (sublingual) ist sicherer als Inhalation bei Schluckproblemen. THC-Dosis niedrig halten (2,5–5 mg), da kognitive Begleiteffekte die krankheitsbedingten Einschränkungen verstärken können. Immer in enger Abstimmung mit dem behandelnden Neurologen.