Männliche Cannabis-Pflanze erkennen und was dann zu tun ist

Eine männliche Pflanze im Grow unerkannt zu lassen ist einer der teuersten Fehler — ein einziger Pollensack kann alle weiblichen Pflanzen befruchten und aus der geplanten Sinsemill-Ernte wird eine Samenernte. So erkennt man das Geschlecht früh genug.

Cannabis ist zweihäusig: männlich, weiblich, Hermaphrodit

Cannabis-Pflanzen im Grow-Room
Gesunde, kräftige Pflanzen sind das Ergebnis sorgfältiger Pflege und optimaler Bedingungen

Cannabis ist von Natur aus eine zweihäusige Pflanze — die meisten Pflanzen sind entweder männlich oder weiblich. Nur weibliche Pflanzen bilden die harzreichen Blüten die zum Konsum genutzt werden. Männliche Pflanzen produzieren Pollen zur Befruchtung.

Dritter Typ: Hermaphroditen — Pflanzen die beide Geschlechtsorgane entwickeln. Meistens durch Stress ausgelöst.

Wann erscheinen die ersten Anzeichen?

Vorblüten erscheinen an den Internodien — den Punkten wo Äste aus dem Hauptstamm wachsen:

Weiblich oder männlich: der visuelle Unterschied

MerkmalWeiblichMännlich
VorblüteKleiner Kelch mit 2 weißen Haaren (Pistillen)Runde Beutelchen auf Stielen (Pollensäcke)
FormTropfenförmiger Kelch mit herausragenden FädenKleine Tennis-Ball-ähnliche Beutel
Wann erkennbarFrüher (Pistillen auffällig)Später reifen die Säcke, öffnen sich dann
GefahrKeine (gewünscht)Pollen befruchtet Weibchen → Samen

Lupe 30–60× ist bei der frühen Erkennung in der Veg-Phase sehr hilfreich. In der frühen Blüte sind die Unterschiede mit bloßem Auge erkennbar.

Sofortmaßnahmen bei männlicher Pflanze

  1. Nicht schütteln oder berühren — Erschütterung setzt Pollen frei
  2. Großen Plastikbeutel über die Pflanze stülpen und zuziehen
  3. Pflanze vorsichtig aus dem Grow-Raum tragen
  4. Grow-Raum gut belüften (Pollen in der Luft abführen)
  5. Oberflächen im Grow mit feuchtem Tuch abwischen (Pollen haftet an Flächen)
  6. Wenn Pollensäcke bereits offen waren: weibliche Blüten auf Samen kontrollieren (2 Wochen später)

Hermaphroditen erkennen

Herms sind tückischer — sie entwickeln sich manchmal spät und versteckt zwischen weiblichen Blüten:

Nanners sind oft das erste Stadium — wenn sie entfernt werden bevor sie aufbrechen, ist der Schaden begrenzt. Regelmäßige tägliche Kontrolle der Buds in der Hochblüte ist Pflicht.

Hermaphroditen-Prävention

Häufige Fragen

Wann und wie erkenne ich männliche Vorblüten?
Vorblüten erscheinen an den Internodien (Astansätzen), typisch 4–6 Wochen nach der Keimung oder 1–2 Wochen nach dem Umschalten auf 12/12. Weiblich: Zwei weiße Pistilenhaare kommen aus einem Kelch (Calyx) — erkennbar als kleines Blütenkelch mit Haaren. Männlich: Kleine runde Beutelchen (Pollensäcke) formen sich — keine Haare, eher wie kleine Tennis-Bälle an kurzen Stielen. Weibliche Vorblüten: früher erkennbar wenn man weiß wonach man sucht. Lupe 30–60x hilft bei der frühen Erkennung.
Was muss ich tun wenn ich eine männliche Pflanze erkenne?
Sofort entfernen — bevor Pollensäcke aufgehen. Ein männlicher Blütenstaubbeutel kann Hunderte von Blüten befruchten. Vorgehen: 1) Pflanze vorsichtig aus dem Grow-Raum tragen (nicht schütteln — Pollen verteilt sich). 2) Pflanze in Plastikbeutel geben bevor sie nach draußen kommt. 3) Grow-Raum lüften und Oberflächen abwischen (Pollen bleibt auf Oberflächen). Wenn Befruchtung bereits stattgefunden hat: weibliche Pflanzen bilden Samen, Ertrag an Blüten sinkt erheblich. Samen für Wachstum wertlos, Blüten aber noch rauchbar.
Was sind Hermaphroditen und wie entstehen sie?
Hermaphroditen (Herms) sind Pflanzen die sowohl männliche als auch weibliche Blüten entwickeln. Entstehungsursachen: 1) Genetische Instabilität — schlechte oder unstabile Genetik. 2) Lichtstress — Licht-Leaks während der Dunkelphase. 3) Hitzestress — dauerhaft über 28°C. 4) pH-Extremwerte oder schwerer Nährstoffmangel. 5) Pflanzenstress durch zu aggressives Training. Hermaphroditen erkennen: Pollensäcke zwischen oder an weiblichen Blüten. Konsequenz: ebenfalls aus dem Grow entfernen — sie befruchten sich selbst und andere Pflanzen.
Sind feminisierte Samen sicher vor männlichen Pflanzen?
Feminisierte Samen (99%+ weiblich) eliminieren das Risiko echter männlicher Pflanzen weitgehend. Restrisiko: Hermaphroditen unter Stress (s. oben). Billige feminisierte Samen aus unseriöser Quelle: können höheres Hermaphroditen-Risiko haben wenn die Mutterpflanze instabile Genetik hatte. Seriöse Quellen (Sensi Seeds, Royal Queen Seeds, FastBuds, etc.): sehr geringes Hermaphroditen-Risiko bei normalen Wachstumsbedingungen. Reguläre Samen (50/50 m/w): bei 5 Pflanzen rechnet man mit 2–3 männlichen, die entfernt werden müssen.
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