Cannabis bei ME/CFS — Chronisches Fatigue-Syndrom
ME/CFS ist eine der am schwersten behandelbaren Erkrankungen — und gleichzeitig eine, bei der die Endocannabinoid-Forschung einen besonders interessanten Erklärungsansatz liefert. Aber Vorsicht: Cannabis kann ME/CFS auch verschlechtern.
Symptome und potenzielle Cannabis-Angriffspunkte
| ME/CFS-Symptom | Cannabis-Ansatz | Evidenz | Risiko |
|---|---|---|---|
| Unrestaurativer Schlaf | CBD/Indica-THC abends | Moderat | REM-Unterdrückung durch THC |
| Chronische Schmerzen | CBD+THC kombiniert | Gut | Toleranzentwicklung |
| Kognitive Einschränkung (Brain Fog) | Niedrig-THC, CBD | Anekdotisch | Hohe THC-Dosen verschlechtern |
| Dysautonomie / Herzrasen | CBD (entspannend) | Schwach | THC erhöht Herzrate |
| Post-Exertionelle Malaise (PEM) | Nicht direkt | Keine | Sativa/hohe THC → PEM-Auslöser |
Die Endocannabinoid-Defizit-Theorie
Dr. Ethan Russo beschreibt ME/CFS, Fibromyalgie und Migräne als mögliche Clinical Endocannabinoid Deficiency Syndromes (CECD) — Zustände mit strukturell niedrigen Anandamid-Spiegeln und verminderter CB1-Rezeptor-Dichte. Wenn das stimmt, könnte Phytocannabinoid-Supplementierung das fehlende Signal ersetzen. Die Theorie ist nicht bewiesen, aber neurobiologisch plausibel und erklärt, warum manche ME/CFS-Patienten außerordentlich gut auf Cannabis ansprechen.