Cannabis bei Multipler Sklerose: was die Wissenschaft weiß
MS-Spastik ist das am besten belegte Cannabis-Anwendungsgebiet überhaupt — Sativex ist dafür in Deutschland zugelassen. Was darüber hinaus hilft und was zu beachten ist.
MS-Symptome und Cannabis-Evidenz
| Symptom | Evidenz | Cannabis-Typ |
|---|---|---|
| Spastik | Stark (RCTs, Zulassung) | THC+CBD (Sativex) |
| Neuropathischer Schmerz | Mittel-stark | THC, CBD |
| Schlafstörungen | Mittel | THC-dominant |
| Blasenüberaktivität | Mittel | THC+CBD |
| Fatigue | Gering | CBD |
| Tremor | Begrenzt | CBD |
Sativex: das zugelassene MS-Cannabis-Medikament
Sativex ist ein standardisiertes THC:CBD 1:1-Mundspray aus Cannabispflanzen — seit 2011 in Deutschland als Add-on-Therapie bei MS-bedingter Spastik zugelassen. Voraussetzung: andere Spastik-Behandlungen haben nicht ausreichend geholfen.
Anwendung: 2-3 Sprühstöße unter die Zunge oder auf die Mundschleimhaut, maximal 12 Stöße täglich. Das Spray wird auf BtM-Rezept vom Neurologen verschrieben.
Praktischer Weg zu medizinischem Cannabis
Seit 2017 können deutsche Ärzte Cannabis-Blüten, Dronabinol und Sativex direkt auf BtM-Rezept verschreiben ohne vorherige GKV-Genehmigung. MS-Spastik gilt als gut anerkannte Indikation. Die GKV übernimmt die Kosten wenn die Schwere der Erkrankung und das Scheitern anderer Therapien dokumentiert sind.
Patienten sollten unbedingt einen auf Cannabis spezialisierten Neurologen aufsuchen und offen über Symptome und bisherige Therapieversuche sprechen.