Cannabis als Opioid-Ersatz
Die Opioid-Krise ist in Deutschland weniger ausgeprägt als in den USA, aber chronisch Schmerzerkrankte kennen die Nebenwirkungen und Risiken von Langzeit-Opioid-Therapie. Cannabis bietet einen evidenzbasierten Ausweg — mit Bedingungen.
Studienübersicht: Cannabis und Opioid-Reduktion
| Studie | Ergebnis | Patientengruppe |
|---|---|---|
| Boehnke et al. 2019 | 64% reduzierten Opioid-Dosis | Chronischer Schmerz, Med. Cannabis |
| Haroutounian et al. 2016 | 44% Opioid-Reduktion möglich | Neuropathieschmerz |
| Lucas & Walsh 2017 | 32% setzten Opioide ganz ab | Kanada, breites Schmerzspektrum |
| Aviram & Samuelly-Leichtag 2017 | 47% Opioid-Reduction nach 6 Mo. | Onkologische Patienten |
Wann Cannabis kein Opioid-Ersatz ist
Bei akutem postoperativen Schmerz, Tumorschmerz im fortgeschrittenen Stadium oder wenn eine schnelle starke Analgesie nötig ist, sind Opioide weiterhin Mittel der Wahl. Cannabis ist kein Notfallanalgetikum. Der Wirkungseintritt ist zu langsam, die Dosierung zu variabel und die Analgesie zu moderat für diese Situationen. Sinnvoll ist Cannabis als begleitende Langzeitstrategie zur Opioid-Einsparung.