Cannabis bei Phantomschmerz
Phantomschmerz ist eine der therapieresistentesten Schmerzformen — klassische Analgetika versagen oft. Das Endocannabinoid-System bietet einen vielversprechenden Ansatz, auch wenn die Forschung noch am Anfang steht.
Wirkmechanismus: ECS und kortikale Plastizität
| Mechanismus | Wie Cannabis eingreift | Relevanz für Phantomschmerz |
|---|---|---|
| NMDA-Rezeptor-Modulation | THC hemmt NMDA-Aktivität | Schmerzgedächtnis dämpfen |
| CB1-Rezeptoren im Cortex | Modulation somatosensorischer Karten | Fehlgeleitete Reorganisation beeinflussen |
| Serotonerge Interaktion | CBD erhöht Serotonin-Verfügbarkeit | Stimmungsstabilisierung, weniger Schmerzamplifikation |
| Entzündungsreduktion | CB2-Aktivierung | Stumpfentzündung als Phantomschmerzauslöser reduzieren |
Erfahrungen aus Amputierten-Communities
In englischsprachigen Amputierten-Foren (r/amputee) berichten viele: Cannabis — besonders Indica-dominante Sorten abends — reduziert die Intensität von Brennschmerzen und Krämpfen im Phantomglied deutlich. Die Wirkung setzt nicht bei allen ein, aber der Anteil Positiv-Berichtender ist überdurchschnittlich hoch verglichen mit anderen neuropathischen Schmerzsyndromen. Kombination mit Spiegeltherapie wird mehrfach als besonders effektiv beschrieben.