Cannabis bei Restless Legs Syndrom (RLS): Erfahrungen und Evidenz
Restless Legs Syndrom – das quälende Kribbeln und der Bewegungsdrang in den Beinen – raubt Millionen Menschen den Schlaf. Standardmedikamente helfen nicht immer. Cannabis gewinnt als Ergänzung zunehmend Aufmerksamkeit.
RLS und das Endocannabinoid-System
RLS entsteht durch Dysregulation dopaminerger Systeme, Eisenmangel im Gehirn und gestörte Schmerzverarbeitung im Rückenmark. Das ECS reguliert genau diese Systeme – CB1-Rezeptoren modulieren Dopaminausschüttung im Striatum (dem RLS-relevanten Bereich), und Cannabis hat entzündungshemmende Effekte auf periphere Nervenendigungen.
Praxistipps aus der Community
| Ansatz | Erfahrungsberichte | Einschränkung |
|---|---|---|
| Indica-Vaporizer abends | Häufig positive Berichte | Toleranzentwicklung möglich |
| CBD-Öl (50-100 mg) | Gemischt | Weniger wirksam als THC |
| THC:CBD 1:1 Öl | Gute Ergebnisse | Verschreibungspflichtig |
| Topische CBD-Creme | Leichte Linderung | Periphere Wirkung nur |
Empfohlene Sorten für RLS
- Northern Lights – Myrcen-reich, tiefes Körpergefühl, schläfrig machend
- Granddaddy Purple – Myrcen + Linalool, entspannend
- Bubba Kush – sedativ, muskelentspannend
- Immer: wenig THC starten, z.B. 1-2 Züge 30 Min vor dem Schlafen
Augmentation vermeiden
Bei Standardmitteln (Pramipexol) kann Augmentation auftreten – RLS wird schlimmer durch das Medikament selbst. Cannabis zeigt diesen Effekt nicht. Wer von Standardtherapien auf Cannabis wechselt: Ausschleichen unter ärztlicher Aufsicht, nie abrupt absetzen.