Cannabis bei sozialer Angst: Hilft es oder macht es es schlimmer?
Soziale Angst (Social Anxiety Disorder) ist nach Depression die häufigste psychische Störung. Viele greifen zu Cannabis als sozialem Schmiermittel. Das Bild ist komplizierter als gedacht.
Die Dosis-Wirkungskurve
Cannabis bei sozialer Angst zeigt eine biphasische (U-förmige) Wirkungskurve:
- Sehr niedrig (CBD, 1-3 mg THC): Angstlinderung möglich
- Mittel (5-15 mg THC): Individuell sehr variabel
- Hoch (15mg+ THC): Häufig Paranoia-Auslöser, soziale Angst verstärkt
Das Vermeidungsproblem
Das zentrale Problem mit Cannabis und sozialer Angst ist nicht die Droge selbst – es ist die Vermeidung. Wenn jemand nur "high" auf Partys geht, lernt das Gehirn nie, dass soziale Situationen nüchtern sicher sind. Die Angst bleibt, die Abhängigkeit von der Krücke wächst.
Wenn Cannabis, dann so
- Nur CBD-Öl tagsüber (kein High, anxiolytisch)
- Wenn THC: niedrigste Dosis, vertraute Umgebung, Menschen
- Nie als dauerhafter Ersatz für Expositionsübungen
- Parallel: KVT in Anspruch nehmen
Wann Hilfe suchen?
Wenn Cannabis zur einzigen Methode geworden ist, soziale Situationen zu überstehen, ist professionelle Hilfe wichtig. KVT wirkt bei sozialer Angst besser als jede Substanz – dauerhafter, stabiler, ohne Nebenwirkungen.