Stickstoff bei Cannabis: N-Toxizität, Yellowing und die richtige Blüte-Düngung
Das Clawing (Krallen) der Blätter ist das Erkennungszeichen für Stickstoff-Überschuss in der Blüte — dunkelgrüne, nach unten gebogene Blätter die viele Grower fälschlicherweise für gesundes Wachstum halten. Gleichzeitig ist gelbes Laub in der Spätblüte vollkommen normal und sogar erwünscht: Die Pflanze recycelt Stickstoff aus alten Blättern in die Blüten.
Stickstoff-Diagnose: N-Tox vs. N-Mangel vs. normales Yellowing
Gesunde, kräftige Pflanzen sind das Ergebnis sorgfältiger Pflege und optimaler Bedingungen
Symptom
N-Toxizität
N-Mangel
Normal Yellowing
Blattfarbe
Dunkelgrün
Hellgelb (Chlorose)
Gelb → braun
Claw-Form
Ja (nach unten)
Nein
Nein
Beginn
Oben und unten
Von unten nach oben
Von unten nach oben
Blütephase
Früh bis mitte
Früh bis mitte
Woche 6+
Die N-Tox-Sofortmaßnahme: 2-3 Tage nur pH-Wasser
Bei Stickstoff-Toxizität in der Blüte: sofort 2-3 Tage nur pH-kalibriertes Wasser (pH 6,2-6,8) ohne jeden Dünger geben. Den EC im Abwasser messen — wenn er deutlich über dem Gießwasser-EC liegt ist das Substrat übersättigt. Nach 3 Tagen mit einem N-freien Blüt-Dünger wieder anfangen. Pflanzen erholen sich meist in 5-7 Tagen sichtbar.
Häufige Fragen
Wie viel Stickstoff braucht Cannabis in der Blütephase?
Stickstoff-Bedarf in der Blütephase: Vegetationsphase: hoher N-Bedarf (Blatt- und Stielaufbau). NPK-Verhältnis Vega: 3:1:2 oder 3:1:1 (N dominant). Blüte früh (Woche 1-3): mittlerer N-Bedarf. Stretch-Phase braucht noch Stickstoff für neues Wachstum. NPK: 1:3:2 (N reduziert, PK erhöht). Blüte mitte (Woche 4-6): niedriger N-Bedarf. Pflanze investiert in Blütenentwicklung. N reduzieren: 0:3:3 bis 1:3:4 NPK. Spätblüte (Woche 7+): sehr niedriger bis kein N-Bedarf. Pflanze baut eigenes N aus Blättern ab (normal!). Gelbe untere Blätter = normaler Prozess. NPK: 0:2:3 oder reines PK. Fehler: Stickstoff in Spätblüte weiterfüttern. Konsequenz: N-Toxizität statt natürliches Yellowing. Tipps für den Stickstoff-Übergang: in Woche 3-4 der Blüte N schrittweise reduzieren. Nicht abrupt stoppen (Stress). Auf Blattbild reagieren. Untere Blätter gelb: normal. Obere Blätter gelb: zu viel N-Reduktion oder anderes Problem.
Was ist Stickstoff-Toxizität und wie erkenne ich sie?
Stickstoff-Toxizität (N-Tox) erkennen: Hauptsymptom: die berühmten geclawten Blätter (Clawing). Blattspitzen und Ränder krümmen sich nach unten (wie Klauen). Dunkelgrüne, fast schwarzgrüne Blätter. Sehr glänzende Blätter (übersättigtes Gewebe). Unterschied zu normalem Yellowing: N-Tox: Blätter dunkelgrün, claw-form, KEIN Vergilben. Normales Yellowing: Blätter werden hellgrün → gelb, keine Klauen. N-Mangel: Blätter werden hellgelb von unten (Chlorose), kein Claw. Ursachen der N-Toxizität: zu hohes NPK-Verhältnis mit dominantem N in Blüte. Bio-Böden die zu viel Stickstoff freisetzen. N-reiche Zusatzprodukte (z.B. Fischemulsion, Guano in Blüte). Diagnose bestätigen: EC im Abwasser messen. Wenn Abwasser-EC deutlich höher als Gießwasser-EC: Substrat übersättigt. pH prüfen: N-Tox oft bei zu hohem oder zu niedrigem pH durch Sperren. Sofortmaßnahme bei N-Tox: 2-3 Tage nur pH-kalibriertes Wasser ohne Dünger geben. EC senken. Wenn Bio: Stickstoffquelle identifizieren und reduzieren. Keine Panik: Pflanzen erholen sich meist in 5-7 Tagen.
Warum werden Cannabis-Blätter in der Spätblüte gelb und ist das ein Problem?
Natürliches Yellowing in Spätblüte: seneszenz (Alterung) der Pflanze in der Spätblüte: Pflanze nähert sich Lebensende. N aus unteren Blättern wird recycelt und in Blüten investiert. Sichtbar: untere Blätter werden gelb, dann braun, fallen ab. Das ist ERWÜNSCHT — Zeichen dass die Pflanze Nährstoffe optimal nutzt. Wo Yellowing anfängt: immer unten. Älteste Blätter zuerst. Schreitet nach oben vor je näher Ernte kommt. Wann ist Yellowing ein Problem: wenn obere Blätter (Hauptblätter nahe Licht) gelb werden. Wenn Yellowing in Woche 3-4 der Blüte beginnt (zu früh). Wenn Yellowing mit anderen Symptomen kombiniert: Flecken, Nekrosen, ungewöhnliche Muster. Yellowing-Rate: 1-2 Blätter pro Woche in Woche 6-8: normal. Massives Yellowing in Woche 4: möglicherweise N-Mangel. Gelbe Blätter entfernen oder lassen: gelbe Blätter, die noch am Stiel hängen: entfernen wenn mehr als 50% vergilbt (kein Photosynthese-Beitrag mehr, können Feuchtigkeit halten). Braune, trockene Blätter: sofort entfernen (Schimmelgefahr). Hellgelbe Blätter: noch lassen (produzieren noch etwas Zucker).
Welcher Stickstoff-Dünger eignet sich für verschiedene Wachstumsphasen?
Stickstoff-Dünger für Cannabis — Empfehlungen: Vega/Vegeta-Phase: High-N Dünger. Organisch: Wurmhumus (hoch in langsam verfügbarem N), Fischemulsion (schnell verfügbar). Mineral: Canna Terra Vega, Plagron Terra Grow, BioBizz Grow. Blüt-Phase: Low-N Blütedünger. Organisch: BioBizz Bloom (niedrig N), Pure Blend Pro Bloom. Mineral: Canna Terra Flores, Plagron Terra Bloom. Stickstoff-Booster für Vega (bei Bedarf): Stickstoffreiche Supplemente: Canna Cannazym (enthält etwas N), CalMag (oft mit N). Für Bio-Grows: N-reiche Amendments: Blutmehl (schnell), Hornspäne (langsam), Guano. Spätblüte-Phase: Bloomboosting ohne Stickstoff: Bud Candy, Overdrive, Canna Boost. Kalium- und Phosphor-Supplemente: PK 13/14, Bio Bizz TopMax. Flush-Phase: kein Stickstoff mehr. Nur pH-Wasser. CalMag als einziges Supplement vertretbar (Ca/Mg nicht in Blüten-Reserve gespeichert). Häufiger Fehler: Grow-Dünger in Blüte vergessen zu reduzieren und Blüte-Dünger nicht einzuführen. Immer bei Blüteeinleitung auf Blüt-Dünger umstellen.
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