Cannabis Terpene: der Aromaguide für Anbauer und Konsumenten
THC macht high — Terpene bestimmen wie. Das Terpenprofil erklärt warum eine Sorte entspannt und eine andere energetisiert, warum manche Sorten Angst auslösen und andere nicht. Hier kommen die wichtigsten Terpene erklärt.
Was sind Terpene?
Terpene sind flüchtige aromatische Verbindungen die in den Trichomen (Harzdrüsen) der Cannabispflanze gebildet werden — in den gleichen Strukturen die THC und CBD produzieren. Sie verdampfen schon bei Raumtemperatur (deshalb riecht Cannabis so intensiv) und noch stärker beim Erhitzen.
Terpene existieren in tausenden Pflanzen: Limonen im Zitrus, Linalool im Lavendel, Myrcen im Hopfen, Pinen in Kiefern. Cannabis konzentriert eine komplexe Mischung.
Die wichtigsten Terpene im Überblick
Myrcen — das Basis-Terpen
- Geruch: Erdig, moschusartig, leicht tropisch-fruchtig
- Auch in: Mango, Hopfen, Thymian
- Wirkung: Sedativ, muskelentspannend, erhöht Blut-Hirn-Schranken-Permeabilität für THC
- Sorten: Northern Lights, Granddaddy Purple, OG Kush
- Anteil: Häufig 30–65% des Terpenprofils — das dominierende Terpen in den meisten Indicas
Limonen — der Stimmungsaufheller
- Geruch: Frisch, zitrusartig, Zitrone/Orange
- Auch in: Zitrusschalen, Wacholder
- Wirkung: Stimmungsaufhellend, angstlösend, möglicherweise antifungal
- Sorten: Lemon Haze, Super Lemon Haze, Wedding Cake, Zkittlez
Linalool — der Ruhebringer
- Geruch: Blumig, lavendelartig, leicht würzig
- Auch in: Lavendel, Koriander, Bergamotte
- Wirkung: Sedativ, angstlösend, analgetisch — gut belegt in Studien
- Sorten: Lavender, LA Confidential, Do-Si-Dos, Amnesia Haze
Beta-Caryophyllen — der einzigartige Rezeptorbinder
- Geruch: Pfeffrig, würzig, holzig
- Auch in: Schwarzer Pfeffer, Nelken, Zimt
- Wirkung: Einziges Terpen das direkt CB2-Rezeptoren bindet, entzündungshemmend, möglicherweise analgetisch
- Sorten: Girl Scout Cookies, OG Kush, Sour Diesel, Chemdawg
Alpha-Pinen — der Gedächtnisschützer
- Geruch: Kiefernnadeln, frisch, harzig
- Auch in: Kiefer, Rosmarin, Basilikum, Dill
- Wirkung: Bronchodilatator, hemmt Acetylcholinesterase (möglicherweise Gegenpol zu THC-Kurzzeitgedächtnis-Effekten), wachmachend
- Sorten: Jack Herer, Blue Dream, Trainwreck, Pineapple Express
Terpinolen — der Sativa-Charakter
- Geruch: Frisch, blumig-holzig, leicht fruchtig, leicht dieselartig
- Wirkung: Aufweckend, antioxidativ
- Sorten: Dutch Treat, Jack Herer, Ghost Train Haze — oft in energetischen Sativas
Entourage-Effekt: Terpene + Cannabinoide zusammen
Die Summe ist mehr als die Teile: Terpene und Cannabinoide wirken synergistisch. Ein Isolat-THC (aus Pharmazeutik) wirkt anders als Vollspektrum-Cannabis mit gleichem THC-Gehalt. Myrcen verstärkt THC, Pinen kann Gedächtnis-Effekte mildern, Caryophyllen hat eigene CB2-Aktivität.
Das bedeutet für Sortenwahl: THC-Prozente allein sind kein guter Qualitätsindikator. Ein komplexes Terpenprofil von 20%-THC-Cannabis kann ein besseres und nuancierteres Erlebnis bieten als reines 28%-THC-Isolat.