Cannabis bei Tic-Störungen und Tourette-Syndrom: Was wirklich hilft
Tourette-Syndrom (TS) ist eine neuropsychiatrische Erkrankung mit motorischen und vokalen Tics. Cannabis – speziell THC – ist eine der wenigen Substanzen mit echter Evidenz für Tic-Reduktion.
Studienlage im Überblick
| Studie | Substanz | Ergebnis |
|---|---|---|
| Müller-Vahl 2003 (RCT) | THC (Dronabinol) | Signifikante Tic-Reduktion, verbesserte Lebensqualität |
| Müller-Vahl 2001 (Fallserie) | Cannabis inhaliert | 64% berichteten Tic-Verbesserung |
| Hasan 2010 (Review) | Verschiedene | THC effektiver als Standardtherapien in Einzelfällen |
Wie Cannabis bei Tics wirkt
Tics entstehen durch eine Überaktivität im Striatum und in kortiko-striato-thalamo-kortikalen Schleifen. CB1-Rezeptoren sind im Striatum dicht konzentriert. THC moduliert die Dopaminausschüttung und dämpft überaktive Signale – ähnlich wie Neuroleptika, aber über einen anderen Mechanismus und oft mit besser tolerierbarem Nebenwirkungsprofil.
Praktische Empfehlungen
- Nur für Erwachsene (18+) – Jugendliche: kein Cannabis
- Arzt einbeziehen – Rezept für Dronabinol möglich
- Niedrig starten: 2,5 mg THC abends
- Tagebuch führen: Tic-Intensität, Schlaf, Stimmung
- Indica-Sorten bevorzugen (weniger Psychoaktivität)
- OCD-Begleitsymptome: CBD als Ergänzung