Cannabis bei Tourette-Syndrom: Studienlage, Dosierung und Erfahrungen
THC reduziert bei vielen Tourette-Patienten Tic-Häufigkeit und Intensität — das zeigen kontrollierte Studien aus Hannover. Der Mechanismus: CB1-Rezeptoren in den Basalganglien regulieren überschießende motorische Impulse, ähnlich wie Antipsychotika aber mit anderem Nebenwirkungsprofil.
Cannabis vs. Standardtherapien bei Tourette
| Therapie | Tic-Reduktion | Nebenwirkungen | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|
| Tiaprid (Standard) | 40-60% | Sedierung, Gewichtszunahme | Rezept |
| Aripiprazol | 30-50% | Akathisie, Metabolisch | Rezept |
| THC (Dronabinol) | 30-50% | Kognitiv, Psychisch | Betäubungsmittelrezept |
| HRT-Verhaltenstherapie | 30-40% | Keine | Therapeut nötig |
Urge-to-Tic: was Cannabis unterbricht
Tourette-Patienten beschreiben vor jedem Tic ein unangenehmes Vorgefühl (Urge-to-Tic) — ähnlich wie der Drang zu niesen. THC dämpft dieses Signal in den Basalganglien. Die Erleichterung die viele beschreiben ist nicht die Tics selbst zu unterdrücken, sondern den Urge erträglicher zu machen — der Leidensdruck sinkt auch wenn die Tics nicht vollständig verschwinden.