Wasserhärte im Cannabis-Grow: hartes Leitungswasser, pH und was zu tun ist

In Bayern und Baden-Württemberg ist das Leitungswasser oft extrem hart — in Berlin oder Hamburg eher weich. Das macht einen echten Unterschied im Grow. Hier kommt es her und so geht man damit um.

Was bedeutet Wasserhärte?

NFT Hydroponik-System mit Rohr
Das NFT-System leitet eine dünne Nährstofffilm kontinuierlich an den Wurzeln vorbei

Wasserhärte beschreibt den Gehalt an gelösten Calcium- und Magnesiumverbindungen. Je mehr davon, desto "härter" das Wasser. Messung in:

Wasserhärte in deutschen Städten (Beispiele)

StadtHärte (°dH)Bewertung für Grow
Berlin13–18°dHMittel bis hart — pH korrigieren
München15–17°dHMittel hart — gut mit Ca/Mg
Hamburg7–10°dHWeich — Ca/Mg eventuell ergänzen
Köln8–12°dHMittel — gut für Erde
Stuttgart18–22°dHSehr hart — in Coco problematisch
Dresden10–13°dHMittel — okay für Erde und Coco

Genaue Werte: Stadtwerke-Website des Wohnorts aufrufen.

Was hartes Wasser im Grow verursacht

Die Auswirkungen hängen stark vom Substrat ab:

In Erde

Hartes Wasser ist in Erde meist unkritisch. Das enthaltene Calcium und Magnesium ist oft sogar willkommen, da Ca/Mg-Mangel häufig vorkommt. Wichtig: pH trotzdem auf 6.0–6.5 einstellen. Die Härtemineralien buffern den pH leicht nach oben — pH-Down entsprechend dosieren.

In Coco Coir

Problematischer. Coco-spezifische Dünger (z.B. Canna Coco A+B) enthalten bereits erhöhte Ca/Mg-Mengen weil Coco diese Nährstoffe bindet. Wenn das Ausgangswasser bereits viel Ca enthält, kann es zu Überschuss kommen. Symptom: Eisenmangel trotz Eisendüngung (Calcium blockiert Eisenaufnahme).

In Hydro (DWC/NFT)

Hartes Wasser macht EC-Kontrolle schwierig. Wenn Ausgangswasser EC 0.5 hat und die Pflanze EC 1.2 braucht, kann man nur noch 0.7 EC an Nährstoffen zugeben — zu wenig Spielraum. Hier ist Umkehrosmose sinnvoll.

Leitungswasser grow-tauglich machen: Methoden

1. Chlor entfernen

Leitungswasser 24 Stunden offen in einer Gießkanne oder einem Eimer stehen lassen. Chlor verdunstet. Alternativ: Vitamin-C-Tablette (Ascorbinsäure) — eine 100mg-Tablette neutralisiert Chlor in 10L sofort.

2. pH einstellen

pH-Down (Phosphorsäure oder Zitronensäure) verwenden. Tropfenweise zufügen und messen. Ziel: pH 6.0–6.5 für Erde, 5.8–6.2 für Coco. Immer nach dem Düngen den pH einstellen — Dünger können pH verschieben.

3. Bei sehr hartem Wasser: Mischen

Hartes Leitungswasser 50:50 mit destilliertem Wasser oder gefiltertem Wasser mischen. Halbiert die Härte, pH-Kontrolle bleibt einfacher.

4. Umkehrosmose (RO-Filter)

Für konsequente Kontrolle in Coco oder Hydro. RO-Wasser hat EC ~0 — man baut den Nährstoffmix komplett selbst auf. Ca/Mg muss separat zugegeben werden (CaliMagic, Canna CalMag o.ä.).

Weiches Wasser: andere Probleme

Sehr weiches Wasser (unter 5°dH) hat wenig Ca und Mg. In Erde kommt dann oft Ca/Mg-Mangel vor, besonders in der Blüte. Lösung: Ca/Mg-Supplement zugeben oder Dolomitkalk ins Substrat mischen.

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