Anbauverein maximal 500 Mitglieder — § 11 CanG erklärt
Das Cannabisgesetz (CanG) begrenzt jeden Anbauverein auf maximal 500 Mitglieder. Was das bedeutet, welche Konsequenzen drohen und wie Clubs eine rechtssichere Warteliste führen — alle wichtigen Fakten.
| Parameter | Wert nach CanG |
|---|---|
| Gesetzliche Grundlage | § 11 Abs. 1 CanG |
| Maximale Mitgliederzahl | 500 Personen |
| Mindestalter | 18 Jahre (für Hochpotenz-Cannabis: 21 Jahre) |
| Bußgeld bei Überschreitung | bis zu 30.000 € (§ 36 CanG) |
| Meldepflicht | Aktuelle Mitgliederzahl im Jahresbericht |
| Mitgliedschaft gleichzeitig | Nur in einem Anbauverein erlaubt |
Was § 11 CanG genau sagt
§ 11 Absatz 1 CanG formuliert die Mitgliederbeschränkung eindeutig: Eine Anbauvereinigung darf maximal 500 Mitglieder haben. Diese Grenze gilt pro Verein und per Anbauerlaubnis — nicht pro Standort oder Anbaufläche. Zur Mitgliederanzahl zählen alle eingetragenen Mitglieder, also auch solche auf der Warteliste, die bereits aufgenommen wurden.
Wichtig: Nicht alle 500 Mitglieder müssen aktiv Cannabis beziehen. Wer Mitglied eines Anbauvereins ist, aber keine Abgaben abruft, zählt dennoch zur Gesamtzahl. Der Gesetzgeber hat diese Grenze bewusst niedrig angesetzt, um kommerzielle Strukturen durch Großclubs zu verhindern.
Konsequenzen bei Überschreitung der Mitgliedergrenze
Wer als Vorstand eines Anbauvereins wissentlich mehr als 500 Mitglieder aufnimmt, riskiert erhebliche Folgen:
- Ordnungswidrigkeit nach § 36 CanG — Bußgeld bis 30.000 €
- Widerruf der Anbauerlaubnis bei wiederholtem oder vorsätzlichem Verstoß
- Persönliche Haftung des Vorstands als vertretungsberechtigte Person
- Vereinsrechtliche Konsequenzen — Mitgliederversammlung kann bei grober Pflichtverletzung eingreifen
Behörden können jederzeit Mitgliederlisten, Beitrittsdaten und Dokumentation der Abgaben anfordern. Lückenhafte Aufzeichnungen werden bei Prüfungen negativ bewertet.
Warteliste rechtssicher führen
Eine Warteliste ist gesetzlich nicht explizit vorgeschrieben, aber praktisch unverzichtbar für jeden Anbauverein mit hoher Nachfrage. So funktioniert eine rechtssichere Warteliste:
- Eingangsdatum des Antrags
- Name und Geburtsdatum
- Hauptwohnsitz in Deutschland
- Einwilligung zur DSGVO-konformen Speicherung
- Schriftliche Eingangsbestätigung senden
- Speicherung nur mit Einwilligung
- Max. Speicherdauer festlegen (2 Jahre empfohlen)
- Recht auf Löschung gewährleisten
- Keine Weitergabe der Liste an Dritte
- Datenschutzbeauftragter bei großen Clubs
FIFO-Prinzip (First In, First Out): Wer sich zuerst eingetragen hat, wird zuerst aufgenommen. Ausnahmen nur bei nachgewiesenen besonderen Umständen (z.B. medizinischer Bedarf) — und nur wenn dies in der Vereinssatzung geregelt ist.
Warum so viele Anbauverein-Interessenten draußen bleiben
Die Mathematik ist ernüchternd: Rund 300–400 zugelassene Anbauvereine mit je max. 500 Mitgliedern ergeben bundesweit 150.000–200.000 Plätze. Dem gegenüber stehen geschätzte 4–5 Millionen regelmäßige Cannabis-Konsumenten in Deutschland — das Verhältnis erklärt, warum Wartelisten lang und der Eigenanbau (3 Pflanzen sind legal) für die meisten die realistischere Option bleibt.
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