CSC Versicherung & Haftpflicht

Ein Cannabis Social Club, der Cannabis anbaut und abgibt, trägt erhebliche Haftungsrisiken. Ohne die richtigen Versicherungen haften Vorstandsmitglieder im schlimmsten Fall mit ihrem Privatvermögen.

Versicherungsübersicht für CSCs

CO2-Flasche für den Grow-Room
Erhöhte CO2-Konzentration beschleunigt das Pflanzenwachstum erheblich
VersicherungWas sie decktPrioritätKosten/Jahr (ca.)
VereinshaftpflichtSach-/Personenschäden bei VereinsaktivitätenPflicht150–500 €
ProdukthaftpflichtSchäden durch abgegebenes CannabisSehr hoch500–3.000 €
GebäudehaftpflichtSchäden in eigenen/gemieteten RäumenHoch (wenn Räume)200–800 €
D&O VorstandshaftpflichtPersönliche VorstandshaftungEmpfohlen (>50 Mitgl.)500–2.000 €
Einbruch/DiebstahlversicherungAnlage, Equipment, ErnteEmpfohlen300–1.500 €

Besonderes Risiko: Produkthaftung

Wenn ein Mitglied nach dem Konsum des vom CSC abgegebenen Cannabis einen Unfall hat oder gesundheitliche Schäden erleidet, kann der Verein haftbar sein. Standard-Vereinshaftpflichten schließen Produktschäden oft aus. Daher ist eine explizite Produkthaftpflicht für CSCs keine Kür, sondern faktisch notwendig. Klausel im Abgabeprotokoll ("Mitglied erklärt, keine Kontraindikationen zu haben") reduziert das Risiko, ersetzt aber keine Versicherung.

Häufige Fragen

Welche Versicherungen sind für einen CSC Pflicht?
Das CanG schreibt keine spezifischen Versicherungen vor, aber rechtliche Praxis macht folgende faktisch notwendig: 1. Vereinshaftpflicht (Pflichtbasis für jeden eingetragenen Verein). 2. Produkthaftpflicht (für selbst angebautes Cannabis als abgegebenes Produkt). 3. Gebäudehaftpflicht wenn eigene Räume genutzt werden. Ohne Produkthaftpflicht haftet der Vorstand persönlich bei gesundheitlichen Schäden durch abgegebenes Cannabis.
Was deckt eine Vereinshaftpflicht für einen CSC ab?
Standard-Vereinshaftpflicht deckt: Personenschäden und Sachschäden die bei Vereinsaktivitäten entstehen (z. B. jemand fällt beim Vereinstreffen), Fahrlässigkeit von Vereinsmitgliedern im Vereinsauftrag. Sie deckt NICHT: Schäden durch das abgegebene Cannabis selbst (dafür Produkthaftpflicht nötig), vorsätzliche Handlungen, Eigenschäden.
Braucht der CSC-Vorstand eine D&O-Versicherung?
D&O (Directors & Officers) schützt Vorstände vor persönlicher Haftung bei Fehlentscheidungen. Für CSCs relevant: Bei Insolvenz des Vereins (z. B. durch staatliche Schließung) können Gläubiger den Vorstand persönlich haftbar machen. Bei einem CSC mit 200+ Mitgliedern und größerem Vermögen (Anbauanlage, Geräte) ist D&O sinnvoll und kostet ca. 500–2.000 €/Jahr.
Welche Versicherer bieten CSC-Versicherungen an?
Stand 2025 gibt es noch wenige spezialisierte CSC-Policen. Viele CSCs nutzen allgemeine Vereinshaftpflichten und fügen eine separate Produkthaftpflicht hinzu. Einige Makler (z. B. auf Cannabis-Messen wie InterCannaBusiness) haben begonnen, Speziallösungen zu entwickeln. Empfehlung: Mehrere Makler anfragen und explizit 'Cannabis Social Club nach CanG §1' als Tätigkeitsbeschreibung angeben.
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