Companion Planting ist eine der ältesten Anbaumethoden überhaupt. Im Outdoorgarten und auch im Indoor-Grow lassen sich mit den richtigen Begleitpflanzen Schädlinge reduzieren, Nützlinge anlocken und das Mikrobiom des Bodens stärken – ganz ohne Chemie.
Wir zeigen, welche Pflanzen erfahrene Grower seit Jahren bewährt neben Cannabis einsetzen, was die Wissenschaft dazu sagt und welche Kombinationen du besser vermeidest.
Begleitpflanzen im Überblick
| Pflanze | Wirkung | Gegen / Für | Indoor? | Abstand |
|---|---|---|---|---|
| Tagetes (Studentenblume) | Wurzelausscheidungen hemmen Nematoden; Duft verwirrt Blattläuse & Weißfliegen | Nematoden, Blattläuse, Weißfliegen | Ja (Rand) | 20–30 cm |
| Basilikum | Ätherische Öle (Linalool, Eugenol) repellieren Spinnmilben; lockt Bienen | Spinnmilben, Thripse | Ja (Topf) | 30–40 cm |
| Lavendel | Linalool + Camphor vertreiben Motten, Pilzmücken, Blattläuse | Pilzmücken, Motten, Läuse | Bedingt | 40–50 cm |
| Schnittlauch / Knoblauch | Allicin und Schwefelverbindungen gegen Pilze und beißende Insekten | Mehltau, Blattläuse, Trips | Ja (klein) | 25–35 cm |
| Brennnessel | Habitat für Marienkäfer und Florfliegen (natürliche Blattlausfeinde) | Blattläuse (indirekt via Nützlinge) | Nein | 50–80 cm |
| Kapuzinerkresse | Fangpflanze: zieht Blattläuse ab, lockt gleichzeitig Nützlinge an | Blattläuse (Opferpflanze) | Bedingt | 30–50 cm |
| Ringelblume (Calendula) | Lockt Schwebfliegen, Raubmilben und Marienkäfer; Tee als Pflanzenstärkung | Spinnmilben (indirekt) | Bedingt | 30–40 cm |
| Dill / Koriander | Öffnende Doldenblüten locken parasitäre Wespen und Schwebfliegen | Raupen, Blattläuse (indirekt) | Bedingt | 30–40 cm |
Tagetes: Mehr als Optik
Tagetes ist die am besten wissenschaftlich belegte Begleitpflanze. Die Wurzeln scheiden Alpha-Terthienyl aus – ein Stoff, der wurzelparasitäre Nematoden hemmt.
Praxis-Tipp: Tagetes schon 6–8 Wochen vor dem Cannabis-Umtopfen am selben Platz einpflanzen oder als Gründüngung kurz vor dem Grow unterpflügen.
- Mindestens 4–5 Pflanzen pro m² für Wirkung
- Einjährig → jedes Jahr neu aussäen
- Blüten nicht verblühen lassen (Selbstaussaat möglich)
- Wirkt auch gegen Weiße Fliegen im Treibhaus
Companion Planting im Grow-Zelt
Platz ist begrenzt, aber die Duftstrategie funktioniert trotzdem – ätherische Öle brauchen keinen direkten Bodenkontakt:
- Basilikum in 1 L-Töpfen am Tent-Rand (außen)
- Tagetes im selben Untersetzer/Tray
- Schnittlauch im gleichen Substrat-Topf (teilt Bewässerung)
- Kleinen USB-Lüfter auf Kräuter richten → Duftzirkulation
Wichtig: Begleitpflanzen brauchen ähnliche Lichtverhältnisse wie Cannabis in der Veg-Phase – in der Blüte werden viele zu schwach.
Diese Pflanzen unbedingt meiden
- Tomaten: Teilen Spinnmilben, Fusarium und Botrytis mit Cannabis – beide infizieren sich gegenseitig.
- Fenchel: Produziert Phytotoxine (Allelopathie), die das Wurzelwachstum der meisten Nachbarpflanzen hemmen.
- Mais: Wächst schnell über Cannabis hinaus, verursacht Schattenwurf, konkurriert stark um N/P/K und Wasser.
- Kartoffeln: Gleiche Bodenpathogene (Phytophthora), erhöhtes Infektionsrisiko bei feuchtem Wetter.
Companion Planting mit 3 Pflanzen (CanG)
Seit April 2024 sind in Deutschland 3 Cannabispflanzen für Eigenanbau legal. Auf einem Balkon oder im kleinen Outdoorgarten macht Companion Planting besonders viel Sinn:
- 3 Pflanzen in der Mitte, Tagetes und Basilikum an den Rändern des Beetes/Balkons
- Natürliche Sichtschutzpflanzen wie Bambus oder Hochstauden können gleichzeitig als Sichtschutz dienen (CanG: „nicht einsehbar" empfohlen)
- Lavendel als dekorativer Rand – sieht nach Kräuterbeet aus, hält Schädlinge ab
- Kein Mehraufwand bei Bewässerung: die meisten Begleitpflanzen wollen ähnliche Wassergaben wie Cannabis im Sommer
Häufige Fragen zu Begleitpflanzen
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