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Cannabis Hängetrocknung: Die 14-Tage Slow-Dry Methode

Warum langsames Trocknen den Unterschied zwischen gutem und herausragendem Endprodukt macht – Temperatur, RH, Dunkelheit und der Stengel-Test erklärt.

Die Trocknung ist der am meisten unterschätzte Teil des Anbaus. Viele Grower trimmen, hängen 5 Tage auf und fragen sich dann warum es nach Heu riecht. Der Grund: schnelle Trocknung bei Wärme zerstört Terpene und verhindert die Chlorophyll-Degradation. Die 14-Tage Slow-Dry Methode macht aus einem guten Grow ein herausragendes Endprodukt.

Trocknungsparameter: Was passiert bei verschiedenen Bedingungen

Cannabis ernten und trimmen mit Schere
Scharfe Trimmscheren sind das wichtigste Werkzeug bei der Ernte
Szenario Temperatur / RH Dauer Qualität Risiko
Schnelltrocknung (Anfänger-Fehler) 25–30°C / 35–45% RH 3–5 Tage Heu-Geruch, wenig Aroma, rauh Schimmel innen (außen trocken)
Standard-Trocknung 21–23°C / 50–60% RH 7–10 Tage Gut – typisches Aroma beginnt Botrytis bei >65% RH
Slow-Dry (empfohlen) ★ 18–20°C / 55–65% RH 10–14 Tage Sehr gut – vollständige Chlorophyll-Degradation, Terpene erhalten Botrytis bei unzureichender Luftzirkulation
Ultra-Slow-Dry (Cool & Dark) 15–18°C / 60–70% RH 14–21 Tage Herausragend – maximale Terpenerhaltung Hohes Botrytis-Risiko, Belüftung kritisch
Zu feucht Beliebig / >70% RH nie fertig Schimmel, verloren Botrytis fast sicher

Setup für die Hängetrocknung

  • Raum: Kühl, dunkel, mit Luftzirkulation – Keller, Schrank, alter Grow-Tent
  • Aufhängen: Äste umgekehrt an Schnur oder Trocknungsnetz
  • Abstände: Buds dürfen sich nicht berühren (Botrytis-Prävention)
  • Lüftung: Kleiner USB-Lüfter an der Wand (NICHT direkt auf Buds)
  • Messung: Hygrometer/Thermometer obligatorisch
  • Dunkelheit: UV-Licht baut Terpene und THC ab

Was beim Slow-Dry passiert

Trocknung ist kein passiver Prozess:

  • Tage 1–3: Wasserabgabe beginnt, Außenschicht trocknet
  • Tage 4–7: Chlorophyll abbau (weniger Heu-Geruch, mehr Aroma)
  • Tage 8–10: Inneres Feuchtigkeit wandert nach außen
  • Tage 11–14: Gleichmäßig trocken, Aromaprofil voll entwickelt
  • Danach: Curing in Gläsern (Boveda 62%) für weitere 2–4 Wochen

Trocknungsfehler vermeiden

  • Zu heißer Raum: Heizkörper aus, ggf. kleinen Ventilator + Klimaanlage
  • Licht: Jede UV-Exposition = Terpenabbau → absolutes Dunkel
  • Kein Abstand: Buds berühren sich → Schimmelstelle vorprogrammiert
  • Zu früh in Glas: Noch feuchte Buds im verschlossenen Glas = Totalverlust
  • Fan Leaves nicht entfernt: Halten Feuchtigkeit, begünstigen Botrytis
  • Kein Hygrometer: Ohne Messung ist Slow-Dry nicht kontrollierbar

Häufige Fragen zur Hängetrocknung

Optimum: 10–14 Tage bei 18–20°C und 55–65% relativer Luftfeuchtigkeit (Slow-Dry). Mindestens 7 Tage, sonst ist das Innere noch feucht beim Curing. Schnelltrocknung (3–5 Tage bei 25°C+) verschlechtert das Aroma erheblich durch schnellen Terpenabbau. Fertig wenn der Stengel beim Biegen knackt.
Optimal: 18–20°C, 55–65% RH, leichter Luftzug (kein direkter Ventilatorwind auf Buds), vollständige Dunkelheit. Zu warm und trocken (25°C, 40% RH) = schnelle Außentrocknung, feuchtes Inneres. Zu feucht (>70% RH) = Botrytis-Risiko.
Ganze Pflanze aufhängen verlängert die Trocknungszeit um 2–4 Tage – das ist gut. Einzelne Äste sind platzsparender, trocknen aber schneller. Wichtig: große Fan Leaves vor dem Trocknen entfernen, Zuckerblätter erst nach dem Trocknen trimmen (Schutz für Trichome).
Der Stengel-Test: Einen dünnen Ast biegen – er sollte knacken und brechen, nicht biegen. Optisch: Buds sind trocken, kompakt. Geruch: Heu-Geruch sollte verschwunden sein und sortentypisches Aroma hervortreten. Vorsicht: Außen kann trocken wirken, innen noch feucht.

Terpentreiche Sorten für optimales Trocknungsergebnis

Das Terpenprofil entscheidet – wähle Sorten mit reichem Aromaprofil für beste Slow-Dry-Ergebnisse.

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