Cannabis Mikronährstoffe Calcium Magnesium Mangel erkennen
Nährstoffe & Dünger

Mikronährstoffe bei Cannabis: Calcium, Magnesium, Eisen — Mangel erkennen und beheben

Die meisten Mikronährstoff-Mängel entstehen nicht weil der Dünger fehlt, sondern weil der pH falsch ist. Wer Ca-Mangel mit CalMag behandelt ohne den pH zu prüfen, verschwendet Dünger und löst das Problem nicht.

Mikronährstoff-Mangel: Symptome und pH-Abhängigkeit

Cannabis-Pflanzen im Grow-Room
Gesunde, kräftige Pflanzen sind das Ergebnis sorgfältiger Pflege und optimaler Bedingungen
Nährstoff Symptom Optimaler pH Häufigste Ursache
Calcium (Ca) Braune Flecken auf jungen Blättern, welke Triebe 6.2–7.0 pH zu niedrig, Coco ungebuffert, weiches Wasser
Magnesium (Mg) Interveinalchlorose (gelb zwischen grünen Adern), alte Blätter 6.0–7.0 pH-Fehler, zu viel Ca (Antagonismus), weiches Wasser
Eisen (Fe) Helles Gelb/Weiß der jungen Blätter (Interveinalchlorose neue Blätter) 5.5–6.5 pH über 7.0 sperrt Fe komplett, Coco bei pH über 6.3
Mangan (Mn) Ähnlich Fe: gelbe Flecken junge Blätter, aber pH-Abhängigkeit anders 5.5–6.5 pH über 6.8, überschüssiges Eisen
Zink (Zn) Kleine neue Blätter, verkürzte Internodien, Blätter verdrehen sich 5.5–6.5 pH zu hoch, überschüssiges Phosphor
Schwefel (S) Gesamtvergilbung neue Blätter (ähnlich N-Mangel aber neue Blätter betroffen) 5.5–7.0 Selten — meist nur in stark ausgelaugtem Medium

Diagnose-Reihenfolge bei Mikronährstoff-Verdacht

Schritt 1: pH prüfen — fast immer der Täter

Vor jeder Behandlung: pH des Gießwassers UND des Run-offs messen. Run-off-pH zeigt den tatsächlichen pH im Substrat. Erde: Root-Zone-pH sollte 6.2–6.8 sein. Coco: 5.8–6.2. Hydro: 5.5–6.2. Bei pH-Abweichungen: erst korrigieren, 3–5 Tage warten und beobachten. In 80% der Fälle löst die pH-Korrektur das Problem ohne zusätzlichen Dünger.

Schritt 2: Mobil vs. immobil unterscheiden

Immobile Nährstoffe (Ca, Fe, Mn, Zn, B): Mangel zeigt sich an NEUEN Blättern und Wachstumspunkten. Mobile Nährstoffe (Mg, N, P, K): Mangel zeigt sich an ALTEN Blättern (Pflanze transportiert Nährstoff zu neuen Trieben). Diese Unterscheidung ist wichtiger als die Symptomfarbe — sie zeigt ob die Pflanze aktiv Nährstoffe umverteilt oder ob eine Aufnahme-Blockade vorliegt.

Schritt 3: CalMag gezielt einsetzen

CalMag sinnvoll bei: weiches Gießwasser (EC unter 0.3), RO-Wasser, Coco-Substrat, bestätigtem Ca/Mg-Mangel trotz korrektem pH. Dosierung: 1–2ml/L bei hartem Wasser (EC 0.5+), 2–3ml/L bei weichem Wasser oder RO. Nicht blind hochdosieren: zu viel Calcium kann Magnesium und Kalium sperren. Maximum: 3ml/L in den meisten Situationen ausreichend.

Kationen-Antagonismus: zu viel von einem blockiert das andere

Kationen (positiv geladene Ionen) konkurrieren um die gleichen Aufnahme-Transporter in der Wurzel.
Ca²⁺ zu hoch: blockiert Mg²⁺ und K⁺ (häufig bei hartem Wasser ohne pH-Korrektur).
Mg²⁺ zu hoch: blockiert Ca²⁺ (seltener, aber möglich bei Überdosierung).
K⁺ zu hoch: blockiert Ca²⁺ und Mg²⁺ (typisch bei zu hohem K in der Blüte).
NH₄⁺ zu hoch: blockiert Ca²⁺, Mg²⁺, K⁺ gleichzeitig — deshalb in Blüte lieber NO₃⁻-Stickstoff.
Regel: Nährstoffe im Gleichgewicht halten statt einzelne blind hochdosieren.

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Häufige Fragen

Calcium, Magnesium, Schwefel (Sekundärnährstoffe) plus Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Molybdän (Spurenelemente). Fast immer in guten Düngern enthalten — Mangel entsteht meist durch falschen pH, nicht echten Nährstoffmangel.
Calcium (immobil): braune Flecken auf NEUEN Blättern. Magnesium (mobil): gelbe Aufhellung zwischen den Adern auf ALTEN Blättern. Beide: zuerst pH prüfen — falscher pH sperrt die Aufnahme trotz vorhandener Nährstoffe.
Bei weichem Wasser (EC unter 0.3), RO-Wasser, Coco-Substrat (Ca/Mg-Bindung). Nicht bei pH-Problemen — dort hilft CalMag nicht und kann sogar Antagonismen verstärken. Erst pH korrigieren, dann CalMag erwägen.

Häufige Fragen

Welche Mikronährstoffe braucht Cannabis?
Cannabis braucht neben den Makronährstoffen (N, P, K) folgende Sekundär- und Mikronährstoffe: Calcium (Ca) — Zellwandaufbau, Nährstofftransport, wichtigster Sekundärnährstoff. Magnesium (Mg) — Chlorophyll-Zentrum, Photosynthese. Schwefel (S) — Terpen- und Aminosäure-Synthese. Eisen (Fe) — Chlorophyll-Produktion, oft bei hohem pH gesperrt. Mangan (Mn) — Photosynthese, Enzymaktivierung. Zink (Zn) — Auxin-Produktion, Wachstum. Kupfer (Cu) — Enzymsysteme. Molybdän (Mo) — Stickstoff-Assimilation. Die meisten Mikronährstoffe sind in guten Cannabis-Düngern bereits enthalten — Mangel entsteht fast immer durch falschen pH und nicht durch echten Nährstoffmangel im Medium.
Wie erkenne ich Calcium- und Magnesiummangel bei Cannabis?
Calciummangel: braune Flecken auf jungen Blättern (neue Wachstumspunkte), welke neue Triebe, Blätter kräuseln sich nach oben. Calcium ist immobil — Mangel zeigt sich zuerst an neuen Blättern. Magnesiummangel: Interveinalchlorose (gelbe Aufhellung zwischen den Blattadern, Adern bleiben grün) auf älteren Blättern. Mg ist mobil — Mangel zeigt sich zuerst an alten Blättern. Wichtig: beide Mängel entstehen häufig nicht wegen echtem Nährstoffmangel sondern wegen falschem pH (Ca optimal 6.2–7.0, Mg optimal 6.0–7.0) oder bei Coco wegen Kationen-Bindung. Lösung: erst pH prüfen und korrigieren, dann CalMag erhöhen.
Wann hilft CalMag und wann nicht?
CalMag hilft: bei echtem Ca/Mg-Mangel (weiches Leitungswasser EC unter 0.3, RO-Wasser), bei Coco-Substrat (Ca/Mg-Bindung), bei Symptomen die eindeutig Ca/Mg-Mangel zeigen trotz korrektem pH. CalMag hilft NICHT: wenn pH außerhalb des optimalen Bereichs ist (6.0–7.0 Erde / 5.8–6.2 Coco) — dann sind die Nährstoffe gesperrt egal wie viel man gibt. Wenn Eisen- oder Mangan-Mangel vorliegt (sieht ähnlich aus wie Mg-Mangel aber pH-Abhängigkeit anders). Falsche CalMag-Gabe: zu viel Ca kann Mg-Aufnahme blockieren (Kationen-Antagonismus) — nicht blind dosieren. Zuerst pH prüfen, Mangel genau identifizieren, dann gezielt handeln.
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