| Nebenwirkung | Ursache | Wer betroffen | Was hilft |
|---|---|---|---|
| Angst / Paranoia | Zu viel THC aktiviert Amygdala (Angstzentrum); zu schnell, zu viel konsumiert | Anfänger, hohe THC-Sorten, stressige Stimmung vor Konsum | Hinlegen, atmen, CBD, schwarzer Pfeffer |
| Herzrasen (Tachykardie) | THC direkte Wirkung auf Herzrate (CB1-Rezeptoren im Herz) | Fast alle; stärker bei Anfängern und hoher Dosis | Hinlegen, kein Koffein, kalt trinken, klingt von selbst ab |
| Übelkeit / Erbrechen | Bei Überdosierung oder Cannabis Hyperemesis Syndrom (bei Dauerkonsumenten) | Selten bei Gelegenheitskonsum; CHS bei täglichem Langzeitkonsum | Kleine Dosis; bei CHS: heißes Wasser/Dusche hilft, Pause nötig |
| Mundtrockenheit | THC hemmt Speicheldrüsen via CB1-Rezeptoren | Fast alle Konsumenten | Wasser trinken, zuckerfreier Kaugummi stimuliert Speichelfluss |
| Rote Augen | THC senkt Augendruck, erweitert Blutgefäße im Auge | Sehr häufig; je nach Sorte unterschiedlich stark | Augentropfen (z.B. Visine), klingt nach 1–3h ab |
| Kurzzeit-Gedächtnislücken | THC stört Hippocampus-Funktion temporär | Während des Highs; nicht dauerhaft bei Gelegenheitskonsum | Kein Fix nötig — klingt komplett ab. Langzeitkonsum: Pause |
| Schwindel / Ohnmacht | Blutdruckabfall (orthostatische Hypotonie), besonders beim Aufstehen | Anfänger, leerer Magen, Dehydration | Hinsetzen/hinlegen, essen, trinken, frische Luft |
| Steigerung von Angststörungen | THC kann bei vorhandener Vulnerabilität psychische Erkrankungen triggern | Menschen mit Familienanamnese für Psychosen; < 25 Jahre Risikogruppe | Niedrige THC-Dosis, CBD-reich; bei Symptomen: Pause + Arzt |
Hinlegen in bekannter, ruhiger Umgebung. Nicht aufspringen, nicht herumgehen. Dimm das Licht. Leise Musik oder komplette Stille — je nach Vorliebe. Den Drang „frische Luft schnappen" fühlen, aber Bewegung verstärkt Schwindel oft. Wenn Balkon/Garten: kurz draußen stehen mit Unterstützung, aber nicht alleine laufen.
Langsam und tief atmen: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden halten, 8 Sekunden ausatmen (4-7-8-Technik). Kaltes Wasser in kleinen Schlucken. Kein Alkohol, kein Koffein. Gegessen? Kleiner Snack hilft manchmal — Kohlenhydrate können die Intensität etwas dämpfen.
Beta-Caryophyllen aus schwarzem Pfeffer interagiert mit CB2-Rezeptoren und kann THC-induzierte Angst dämpfen. Neil Young hat diesen Trick populär gemacht. 3–4 ganze Pfefferkörner kauen oder einfach intensiv am Pfefferglas riechen. Klingt nach Folklore, aber es gibt Belege dafür. Kostet nichts, schadet nicht.
CBD hemmt die Verstoffwechselung von THC und kann die subjektive Intensität reduzieren. CBD-Öl (10–20 mg) sublingual gibt is am schnellsten. CBD-reiches Gras ist präventiv sinnvoller als Notfall-Fix (dauert 20–40 Min bis zur Wirkung). Wer weiß dass er THC-sensitiv ist: immer CBD griffbereit.
Das Wichtigste: Es geht vorbei. Cannabis verursacht keine letale Überdosierung. Die Wirkung klingt ab. Geraucht: 2–4 Stunden. Gegessen (Edibles): 4–8 Stunden. Sich das zu sagen klingt simpel, hilft aber — "Ich habe zu viel geraucht, es geht bald vorbei" ist eine echte Intervention gegen Panik.
Cannabis allein führt so gut wie nie zu medizinischen Notfällen. Aber: Bei Mischkonsum mit anderen Substanzen (besonders Alkohol oder unbekannte Pillen), bei Bewusstlosigkeit, bei Brustschmerzen die länger als 30 Minuten anhalten, oder wenn jemand nicht mehr ansprechbar ist — dann sofort 112. Keine Cannabis-Symptome verschweigen: Sanitäter und Ärzte können besser helfen wenn sie wissen was konsumiert wurde.
Set (Stimmung): Nur bei guter Stimmung konsumieren. Setting (Umgebung): Bekannte, sichere Umgebung. Stärke: Unbekannte Sorte? Klein anfangen. Edibles besonders langsam dosierer: Wirkung erst nach 30–120 Minuten! Mischkonsum: Alkohol verstärkt THC-Wirkung dramatisch. Pause: nach längerer Pause ist Toleranz weg — wie das erste Mal wieder. Nüchtern: auf leeren Magen wirkt Cannabis intensiver und öfter unangenehm.
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